Finger weg von der „Baukasten-Website in 2 Minuten“

Viele Website- oder Blog-Anbieter (hier mehr zur sprachlichen Abgrenzung) werben damit, dass jeder seine eigene Website innerhalb weniger Minuten erstellen kann. Mit ihren sogenannten „Baukasten-Systemen“ ist das Erstellen und Füllen der eigenen Internetpräsenz mehr als einfach und kostengünstig.

Hierbei kommt meiner Meinung nach allerdings der wichtigste Punkt beim erstellen des eigenen Blogs oder der eigenen Website viel zu kurz: Die Persönlichkeit. Jede Baukasten-Seite hat den Nachteil, dass sie nur wenig individuelle Anpassungsmöglichkeiten bietet. Es gibt zwar eine Auswahl von Designs und man kann diese mit eigenen Texten und Bildern füllen, das Gerüst dieser Seiten ist dann aber immer gleich. Nach kurzer Zeit, und je weiter man die eigene Internetpräsenz dann ausbaut, stößt man schnell an die Grenzen des Systems.

Viel besser wäre eine Seite geeignet, deren Design es noch nicht so oft gibt. Deren Design individuell anpassbar ist. Eine Seite, die mitwächst und sich nach eigenen Bedürfnissen ausbauen und erweitern lässt. Die sich einfach bearbeiten und vielleicht sogar per App verwalten lässt.

Für seine Online-Visitenkarte sollte man sich Zeit nehmen

Die eigene Website oder der eigene Blog sind unsere Visitenkarten im Internet. Wir geben viel von uns preis, wollen informieren, unterhalten oder präsentieren. Sollten wir uns dafür nicht mehr Zeit nehmen, als nur wenige Minuten? Auch wenn suggeriert wird, dass es technisch sehr einfach sein kann, eine Website zu starten- so einfach sollte man es sich nicht machen.

Nicht jeder will oder kann mit seinem Blog oder seiner Website direkt mehrere 100 Leser ansprechen. Es schadet allerdings mehr als es nutzt, wenn man nicht direkt mit einem Konzept an den Start geht. „Ich fang erstmal an, der Rest ergibt sich später“ führt im Nachhinein oft zu einem erheblichen Mehraufwand. Dabei ist gar nicht gemeint, dass sofort der perfekte Plan vorliegen muss und nicht mehr verändert werden darf. Einiges ergibt sich sicher erst mit der Zeit, wenn der Blog/die Website wächst. Gegebenenfalls auch erst, wenn die Anzahl der Leser steigt. Es geht lediglich darum, so viel wie möglich schon vorab zu bedenken.

Und dann ist es eben nicht damit getan, die eigene Internetpräsenz in wenigen Minuten über das Knie zu brechen.

Das Baukasten-Prinzip

Damit die Baukasten-Website einfach und für jeden bedienbar ist, verfügt sie in der Programmierung weitestgehend über einfachste Elemente. Diese, und die vorgegeben Designs, sind oft wenig originell oder komplex und lassen eigene Gestaltung nur in diesem bestimmten Rahmen zu. Damit kommt man schnell an die Grenzen dieses Baukastensystems.

Im Laufe der Zeit entdeckt man vielleicht auch immer mehr Dinge, Funktionen etc. auf anderen Websites und Blogs, die man gerne übernehmen möchte (insbesondere die WordPress-Community teilt sehr gerne). Diese Elemente lassen sich in die vorgefertigten Strukturen der Baukasten-Websites oft nicht übernehmen, somit bleiben viele Wünsche offen.

WordPress ist in der Installation nur etwas aufwändiger und eröffnet mit seinen Designs (Themes) und Erweiterungen (Plugins) nahezu unzählige Möglichkeiten, die eigene Internetpräsenz zu gestalten. Das Gute: Schon mit dem Grundkonstrukt lässt sich super arbeiten. Man könnte also auf zusätzlichen Schnickschnack auch verzichten, wenn man hier noch keinen Überblick hat. Die Möglichkeit zur Suchmaschinenoptimierung, zum SPAM-Schutz und zum Back-Up der Seite sind allerdings so einfach, dass man sie mit wenigen Klicks installieren kann. Dies macht die Seite und ihre Inhalte dann auch sicherer, als bei anderen Anbietern, bei denen man gar nicht so genau weiß, was für den Schutz unternommen wird.

Eine zweite Meinung schadet nie

Vielleicht benötigt man ein wenig Hilfe, wenn man seinen Blog/ seine Website mit WordPress erstellt. Oft ist es aber auch mehr als hilfreich, wenn eine zweite Person bei der Erstellung hilft. Insbesondere, wenn man neu in die Branche einsteigt, bedenkt man einiges nicht oder hält viele Dinge für eine gute Idee, die andere sofort verwerfen würden.

Beispielsweise grelle Farben, unstrukturierte Texte, unübersichtlich verschachtelte Websites, zu große Fotos, die das Laden der Seite extrem verlangsamen, und so weiter.

Damit der Start gelingt, sollte man sich die Zeit für ein kleines Konzept (je nach Umfang auch bis hin zu einem Redaktionsplan) nehmen. Auch für die technische Seite sollte man sich belesen oder ein wenig Unterstützung holen. Umso entspannter und besser vorbereitet startet man in die Arbeit oder das Hobby und hat eine gute Grundlage.

Fazit

Ich würde immer zum Erstellen der eigenen Website mit WordPress raten. Dies ist ein wunderbarer Kompromiss zwischen dem kompletten selbst-codieren der Website und dem limitierenden Baukasten-System.

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